
Es kann den erfahrensten Alpinisten auf zwei oder vier Beinen passieren: Ein kurzer Satz nach vorne, ein rutschiger Stein, ein unglücklicher Tritt in scharfkantigem Geröll. Vielleicht auch etwas, das sich schleichend ankündigt: ein Tag, der wärmer wird als erwartet, eine lange Südflanke ohne Schatten und ein Hund, der tapfer weiterläuft, obwohl er längst überhitzt. Am Berg ist der Abstand zwischen „alles gut“ und „Notfall“ überraschend klein.
In diesem Artikel geht es um Erste Hilfe für den Hund - dort, wo du nicht einfach „kurz zum Tierarzt“ fährst, wo Empfang wackelt, Wetter kippt und jeder Meter Rückweg zählt. Die gute Nachricht: Mit ein paar Grundprinzipien, etwas Ausrüstung und einem klaren Ablauf kannst du in sehr vielen Situationen richtig viel bewirken.
1) Erst Sicherheit, dann Versorgung
Bevor du an Verbände denkst: Schau, ob ihr sicher steht. Weg von Absturzkanten, Steinschlag, Bachläufen, Weidevieh oder Mountainbike-Strecken. Leine deinen Hund, wenn möglich, an. Ein Hund in Schmerz oder Schock kann plötzlich loslaufen oder – bei aller Liebe – auch einmal schnappen. Ruhig sprechen, langsam bewegen, nicht hektisch werden. Bei Bedarf (und wenn die Atmung nicht beeinträchtigt ist) kann eine improvisierte Maulschlaufe helfen, damit du sicher arbeiten kannst.
2) Stabilisieren statt „reparieren“
Erste Hilfe beim Hund heißt nicht, alles perfekt zu lösen. Es heißt: Blutung stoppen, Atmung sichern, Unterkühlung verhindern, Schmerzen nicht verstärken, Transportfähigkeit herstellen – und dann rasch Hilfe organisieren oder den Rückweg klug planen. Gerade am Berg ist „weitergehen, wird schon“ oft der falsche Reflex.
3) Temperatur ist immer ein Thema
Kälte, Wind, Nässe, Hitze, Sonne – beim Wandern mit Hund spielt das Temperaturmanagement fast in jedem Notfall mit. Ein verletzter Hund kühlt schnell aus, ein überforderter Hund überhitzt schnell. Erste Hilfe für den Hund beginnt deshalb oft mit: Schatten oder Windschutz, trocknen, zudecken, kühlen oder wärmen – je nachdem.

Ein Erste-Hilfe-Set muss nicht riesig sein, aber am Berg sollte es robust und „feldtauglich“ sein.
Bewährt haben sich:

Wenn du im alpinen Gelände Hilfe brauchst, sind in Österreich typischerweise relevant:
Wichtig ist weniger, welche Nummer du im Stress zuerst wählst, sondern dass du frühzeitig alarmierst, wenn der Rückweg/Transport unsicher wird.
Was du am Telefon möglichst klar sagst:

Nach Möglichkeit den Ablauf des Notfalls dokumentieren, das ist eine hilfreiche Unterstützung für den Tierarzt. Wenn ihr wieder Empfang habt oder beim Tierarzt seid, ist es hilfreich, kurz zu wissen:
● Zeitpunkt des Ereignisses
● Symptome (Atmung, Verhalten, Blutung, Lahmheit)
● Maßnahmen (Druckverband, Kühlung, Wärmeschutz)
● Wetter/Belastung (Hitze, lange Etappe, viel Höhenmeter)
Das klingt banal, ist aber in der Praxis oft entscheidend.

Das ist leider nicht überall gleich geregelt – und bei reiner Hundebergung (ohne medizinischen Notfall beim Menschen) ist die Chance groß, dass du als Halter:in am Ende (zumindest teilweise) zahlst. Hier die praktikable Orientierung für AT/DE/IT.